Die Karlsruher Jungliberalen (JuLis) begrüßen den Antrag der Gemeinderatsfraktion der KAL für ein freies WLAN an ausgewiesenen Plätzen und Einrichtungen in Karlsruhe. Auch teilen sie die Ansicht, dass der Wissenschaftsstandort Karlsruhe auch in dieser Hinsicht neue innovative Akzente setzen kann und als sog. "E-Mail-Stadt" auch dazu aufgefordert sei.
"Das ist ein Themenfeld, auf dem wir als Stadt Karlsruhe eine Vorreiterrolle einnehmen können, wenn der Gemeinderat auch willig ist ein solches Projekt anzupacken und umzusetzen. Der Antrag der KAL ist auf jeden Fall unterstützenswert", erklärt der Vorsitzende der Jungen Liberalen Karlsruhe, Robert Gänger.
Für die Jungen Liberalen ist es keine Frage, dass viele Karlsruher das an bestimmten Orten frei und kostenlos zugängliche Internet auch nutzen würden. "Es wäre doch eine positive Sache, vor allem auch für Jugendliche, die gerne das Internet unterwegs mit ihren Smartphones für einen kurzen Austausch über ihre sozialen Netzwerke, oder das Abrufen wichtiger E-Mails, nützten", erklärt Gänger.
Nach Auffassung der JuLis ist diese Idee der Kommunikation auf städtischen und öffentlichen Plätzen absolut mit dem Zeitgeist unserer Gesellschaft vereinbar. Dennoch stellen sich für eine angemessene Umsetzung des Vorschlags einige Fragen, die vor dessen Durchführung thematisiert werden sollten.
Eine technische Hürde könnten Probleme sein, bei einer großen Anzahl an WLAN-Clients dem einzelnen Client noch eine adäquate Bandbreite zur Verfügung zu stellen, da sich alle verbundenen Geräte eines Access Points dessen Bandbreite teilen. "Wer einmal versucht hat, während einer gutbesuchten Vorlesung in einem der großen KIT-Hörsäle das WLAN zu benutzen, kann das Problem wahrscheinlich nachvollziehen", erläutert der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen Karlsruhe, Christian Mandery, der selbst Informatikstudent am KIT ist.
Auch Probleme durch mögliche illegale Nutzung sind in Betracht zu ziehen. "Es ist ja nicht damit getan, dass man ein paar WLAN-APs aufbaut, sondern man muss sich auch überlegen, ob man eine Authentifizierung der Nutzer durchführt oder darauf verzichtet. Falls man Nutzer authentifiziert, zum Beispiel per webbasiertem Anmeldeformular, braucht man eine Abuse-Stelle und muss Fälle von missbräuchlicher Verwendung zeitnah bearbeiten. Falls man den Zugang ohne Authentifizierung erlaubt, sind vor einer Inbetriebnahme rechtliche Fragestellungen zur umstrittenen Störerhaftung von Betreibern öffentlicher WLAN-Zugänge zu klären", so Mandery weiter.
Ein Nebeneffekt ist, dass mit Einführung des WLAN-Angebots dann Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Hot-Spots wohnen, auf das kostenlose Stadt-WLAN umsteigen und ihren eigenen Internetanschluss kündigen werden. "Da bleibt dann die Frage der Fairness zu klären, d.h. warum jemand, nur weil er am richtigen Ort wohnt, seinen Internetanschluss mit Steuergeldern finanziert bekommt, während jemand ein paar Meter weiter ihn mit 20-30 Euro/Monat selbst bezahlen muss", merkt Mandery kritisch an. Auch hierfür gibt es aber laut den Jungen Liberalen jedoch geeignete technische Lösungsmöglichkeiten, so könne man zum Beispiel über die Festlegung einer Zeit- oder Volumenbegrenzung nachdenken.
"Im Einzelnen muss sich der Gemeinderat bei der kommenden Gemeinderatssitzung mit eben diesen Aspekten konstruktiv beschäftigen und sich versuchen, darauf auch einzulassen. Wir sind uns jedenfalls sicher, dass viele Karlsruher sich über ein solches Stadt-WLAN freuen würden", führt Gänger abschließend aus.
Die Jungen Liberalen sind die Jugendorganisation der FDP und existieren seit Beginn der 80er Jahre. Die deutschlandweit etwa 10.000 Mitglieder sind zwischen 14 und 35 Jahren alt und wehren sich gegen die schleichenden Bedrohungen durch Umweltverschmutzung, Staatsschulden und bevormundende Bürokratie.
Bei Fragen stehen zur Verfügung:
Christian Mandery, Pressesprecher: 0178 1332436 und
Robert Gänger, Kreisvorsitzender: 0178 6186157
Kreisverband der Jungen Liberalen (JuLis) Karlsruhe
Blücherstr. 32
76185 Karlsruhe



